Und auf einmal soll ich Profi in Sachen Pickleball, Tennis, Skateboarden, Klettern und Basteln sein? Seit fast vier Monaten bin ich nun in Ontario, Kanada, und arbeite als „Activity Instructor" (Aktivitätsleitung) im christlichen Jugendcamp Muskoka Woods.
Vorbereitung
Meine Vorbereitungsseminare hat meine Freiwilligendienst-Organisation IN VIA Köln in Solingen veranstaltet. In meinem Jahrgang sind wir 52 Freiwillige, die in Einsatzstellen auf der ganzen Welt geschickt wurden — beispielsweise nach Uganda, Argentinien, Großbritannien, die USA und Tansania.
Auf dem ersten Vorbereitungsseminar haben wir über soziale Gerechtigkeit und Kolonialismus gelernt und uns darüber ausgetauscht. In den sehr persönlichen Reflexionen sollten wir uns mit unseren Stärken, Werten und Persönlichkeitszügen auseinandersetzen.
Ankunft
Von Düsseldorf aus bin ich nach Dublin geflogen. Und nach einer langen Nacht am Dubliner Flughafen bin ich am nächsten Morgen nach Toronto weitergeflogen. In Toronto angekommen, holte ich mein Visum ab und wartete in der Eingangshalle auf meine Mitfreiwilligen. Nach und nach sind alle eingetroffen, bis schließlich alle acht von uns versammelt waren.
Gegen 21 Uhr sind wir dann in völliger Finsternis im Camp angekommen. Sehr müde und überfordert wurden wir von anderen Mitarbeitenden in Empfang genommen.
Auf geht's!
Am nächsten Tag kamen die ersten Gäste im Camp an. Die erste Woche war voller neuer Erfahrungen und Eindrücke. Wir haben gelernt, wie man einige der sportlichen Aktivitäten anleitet, ohne selbst Profi zu sein. Ich hatte vorher noch nie Archery Tag oder Tennis gespielt, in den nächsten Wochen musste ich jedoch genau diese Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen durchführen.
Nach und nach bin ich gewachsen, habe mich immer wohler dabei gefühlt, Aktivitäten auf Englisch anzuleiten, und meine Stimme hat sich immer mehr daran gewöhnt, laut zu sprechen.
Alltag
Morgens zwischen 7:45 und 8:15 Uhr gibt es Frühstück, gefolgt von unserem täglichen Meeting. Zwischen 9 und 12 Uhr habe ich die ersten beiden Gruppen für jeweils 1,5 Stunden. Am Nachmittag sind es nochmal zwei Aktivitätsblöcke von 14 bis 17 Uhr.
Meine Lieblingsart der Aktivitätsanleitung ist das Hosten — ein oder zwei Mitarbeitende begleiten eine Gruppe und leiten alle ihre Aktivitäten an. Dadurch lerne ich die Gäste richtig kennen und kann sehen, wie sie in der kurzen Zeit über sich hinauswachsen.
Jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie unsere letzten Tage hier werden, welche Überraschungen die Winterpause bereithält und welche Abenteuer in der nächsten Session warten.
GaliGrü aus Kanada, Ciara